Abtei und Basilika Ottobeuren

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Abtei und Basilika Ottobeuren

Die Benediktinerabtei Ottobeuren zählt mit Basilika und Konventgebäuden aus dem 18. Jahrhundert zu den größten spätbarocken Klosteranlagen der Welt. Das Kloster im Unterallgäu ist eines der Glanzlichter an der Oberschwäbischen Barockstraße.

Schon die Zahlen zur Klosteranlage sind mächtig: Auf 1,4 Kilometer Länge erstrecken sich die Gänge in dem zwischen 1711 und 1731 errichteten Konventgebäude. Sie sind verbunden durch 16 Treppenhäuser. Tageslicht fällt in die fast 200 Räume durch 837 Hauptfenster. Kunstgeschichtliche und architektonische Kleinode sind die Sakristeiräume, die Benediktuskapelle, der Kapitelsaal, die Abtskapelle und die Repräsentationsräume samt historischer Bibliothek, die heute als Klostermuseum zu besichtigen sind, ebenso der Kaisersaal, der auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird.

Mit dem Bau der Basilika St. Alexander und Theodor wurde 1737 begonnen, geweiht wurde die Kirche 1766. Mit ihrer Planung und Ausführung waren insgesamt fünf berühmte Baumeister des Barock befasst. Für die Ausstattung wurden namhafte Künstler und Handwerker aus ganz Süddeutschland, Tirol und Italien beauftragt. Weltberühmt sind die nahezu im Originalzustand von 1766 erhaltenen Chor-Orgeln des Orgelbaumeisters Karl Joseph Riepp. Unglaublich ist die Zahl der 1.200 Engel und Putten vom Wessobrunner Stuckateur-Meister Johann Michael Faichtmayr. Und atemberaubend kurz sind die nur zwei Jahre, in denen Johann Jakob und Franz Anton Zeiller aus Reutte/Tirol die Deckenfresken gemalt haben. Die Basilika verfügt über ein siebenstimmiges Geläut, das zu den tontiefsten Glocken-Ensembles in Bayern zählt.

Gegründet wurde die Abtei Ottobeuren um das Jahr 764, sie erlangte 972 die „Reichsunmittelbarkeit“. Nach der Säkularisation 1802 verblieben einige Mönche im Konvent, bis ihnen 1834 ein Neuanfang gestattet und 1918 die Abtei wieder unabhängig wurde. Drei „Blütephasen“ sind auszumachen: Im 11. und 12. Jahrhundert, als die Gemeinschaft der Mönche stark anwuchs und Skriptorium und Buchmalschule weithin Berühmtheit erlangten. Im 16. Jahrhundert galt Ottobeuren als ein Zentrum des Humanismus in Süddeutschland. Das Kloster betrieb eine Druckerei. Mit Abt Rupert II. Neß begann im 18. Jahrhundert die barocke Gestaltung der Gebäude.

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